Industriebeschichtungen ist einer unserer Geschäftsbereiche mit erheblichem Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre. Als Teil unseres Angebots im Bereich Umweltdienstleistungen spielt er eine wichtige Rolle in unserem Portfolio. In diesem Interview gibt Zoltan Adam von Wolftank Adisa Einblicke in den Bereich der industriellen Beschichtungstechnologien, unsere Lösungen und die Chancen, die vor uns liegen.
Im Bereich der Industriebeschichtungen steht häufig der Korrosionsschutz im Mittelpunkt. Welche Rolle spielen Beschichtungen heute dabei, die Lebensdauer von Infrastrukturen zu verlängern und gleichzeitig deren Umweltbelastung zu reduzieren?
Beschichtungen sind ein wesentlicher Bestandteil des modernen Korrosionsschutzes. Ihre Funktion geht weit über die Vermeidung von Rost hinaus: Indem sie die Lebensdauer von Infrastrukturen verlängern und den Wartungsaufwand reduzieren, tragen sie langfristig dazu bei, Ressourcen und Energie zu sparen und Emissionen zu verringern. In unserer Branche schützt ein gut entwickeltes Beschichtungssystem auf mehreren Ebenen: Es schützt den Tank selbst, bewahrt die Reinheit des gelagerten Mediums und trägt gleichzeitig zum Schutz der Umwelt bei.
Mit Blick auf die Zukunft: In welchen Anwendungen oder Branchen sehen Sie das größte Entwicklungspotenzial für Beschichtungstechnologien?
Ich sehe das größte Potenzial in Bereichen, in denen extreme Betriebsbedingungen, hohe Wartungskosten und lange Lebenszyklen von Anlagen zusammentreffen. Offshore-Infrastrukturen sind beispielsweise anspruchsvollen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Die Automobilindustrie treibt Innovationen durch intensiven Wettbewerb voran. Die chemische Industrie stellt hohe Anforderungen an die Beständigkeit gegenüber aggressiven Substanzen. Und der Wasserstoffsektor, der sich weiterhin rasant entwickelt, bringt besondere thermische und chemische Herausforderungen mit sich.
Was ist die anspruchsvollste Anwendung für ein Beschichtungssystem – Kraftstoffe, Chemikalien, Trinkwasser oder extreme Umgebungsbedingungen? Wie verändert sich der technische Ansatz je nach Anwendung?
Bei Kraftstoffen steht die chemische Beständigkeit im Vordergrund. Das Beschichtungssystem muss gegenüber dem jeweiligen Kraftstoff, seinen Additiven und Temperaturschwankungen stabil bleiben, ohne aufzuquellen, spröde zu werden oder Stoffe an das gelagerte Medium abzugeben. Die Auswahl der richtigen Harztechnologie, Beschichtungsstärke und des geeigneten Aushärtungsverfahrens ist dabei entscheidend.
Das Produktportfolio von Wolftank bietet Beschichtungslösungen für alle Arten von Kraftstoffen. Neue und fortschrittlichere Kraftstoffe kommen kontinuierlich auf den Markt, aber wir finden stets geeignete Lösungen, um den Anforderungen dieser sich weiterentwickelnden Energieträger gerecht zu werden.
Bei Chemikalien wird die Herausforderung noch komplexer: Die Art und Konzentration der Chemikalie, die Betriebstemperatur und die Einwirkungsdauer spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl des geeigneten Beschichtungssystems.
Bei Trinkwasseranwendungen verschiebt sich der Fokus erneut. Neben dem Korrosionsschutz sind auch hygienische Anforderungen und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben von entscheidender Bedeutung. Die Beschichtung darf keine unerwünschten Stoffe an das Wasser abgeben und muss ihre Leistungsfähigkeit langfristig erhalten.
Aus meiner Sicht stellen extreme Umgebungsbedingungen – beispielsweise Offshore-Anlagen, hohe Temperaturen, intensive UV-Strahlung, Abrieb, wechselnde Temperaturen oder eine Kombination dieser Faktoren – die technisch anspruchsvollsten Bedingungen dar. Hier muss die Beschichtung nicht nur chemischen Belastungen standhalten, sondern auch erheblichen mechanischen, thermischen und zyklischen Belastungen. Für besonders anspruchsvolle Anwendungen bieten Kombinationen verschiedener Harztechnologien und mehrschichtige Beschichtungssysteme häufig die effektivste und langlebigste Lösung.